Sie befinden sich auf: >Leistungsspektrum >EndoProthikZentrum Vitos Kassel > Das künstliche Schultergelenk

Das künstliche Schultergelenk (S-TEP)

Die Schulter wird knöchern nur sehr locker geführt, so dass die Muskeln vor allem die Rotatorenmanschette, die Sehnen und Bänder für die Beschwerden und Stabilität eine entscheidende Rolle spielen. Vor einer Operation müssen diese Strukturen zur genauen Planung des Eingriffs eingehend untersucht werden z.B. im MRT (Kernspin). Neben der Arthrose kann auch ein Trümmerbruch des Oberarmkopfes, der mit Schrauben, Nägeln oder Platten nicht mehr versorgt werden kann, diese Operation notwendig machen.

 

Auch an der Schulter haben wir je nach Schweregrad der Erkrankung die Wahl zwischen vielen verschiedenen Implantaten, die individuell für den Patienten ausgesucht werden. Es kann als kleinster Eingriff nur die Oberfläche des Oberarmkopfes ersetzt werden (Oberflächen- oder Kappenprothese) oder ein  Schaft mit Kopf ähnlich wie bei der Hüfte in unterschiedlicher Ausführung mit oder ohne Stielverlängerung eingesetzt werden (Schulterprothese). Im Gegensatz zur Hüfte braucht die Gelenkpfanne, das Glenoid am Schulterblatt, nicht immer mit einem Oberflächenersatz versehen zu werden. Je nach Knochenqualität wird auch an der Schulter zementiert oder zementfrei implantiert.

 

Bei ausgedehnten Muskelschwächen haben wir schließlich die Option, ein umgekehrtes Gelenk, eine Inverse Schulter-TEP zu verwenden, wodurch die Hebelkräfte so verändert werden, dass trotz der zum Teil fehlenden Muskulatur noch ein gutes Bewegungsausmaß erzielt werden kann. Allerdings sind die Wechselmöglichkeiten dieses Implantates begrenzt, so dass es nur bei älteren Patienten über 70 Jahren verwendet werden sollte.

 

Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten beim künstlichen Schultergelenk mit oder ohne Pfannenoption. Welches Implantat für den Patienten am besten geeignet ist,  muss der Operateur je nach Grunderkrankung, Knochenbeschaffenheit und Muskelfunktion entscheiden.

27.01.2011