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Schmerztherapie

Chronischer Schmerz

Besteht ein Schmerz über eine längere Zeit (mindestens 3 Monate) verliert er die Signalfunktion. Der Schmerz kann chronisch werden und zu einem eigenständigen Krankheitsbild - der Schmerzkrankheit - führen. Länger wirkende Schmerzen können im Gedächtnis gespeichert werden, auch wenn die Schmerzursache gar´nicht mehr vorhanden ist.Man spricht von einem Schmerzgedächtnis.

Bei der Enstehung chronischer Schmerzen wirken nicht nur körperliche Faktoren mit. Die Schmerzen werden vielmehr mitbestimmt durch die Art und Weise, wie der Körper und die soziele Umwelt erlebt werden, wie Stress und andere Belastungen verarbeitet werden und wie sich Lernvorgänge auf das Schmerzverhalten und Schmerzerleben auswirken. Es gilt also, den Schmerz sowohl von der körperlichen als auch von der seelischen Seite zu betrachten und das soziale Umfeld mit zu berücksichtigen. Man spricht von einem biopsychosozialen Konzept. Wichtig ist, dass man eine frühzeite, dieses Konzept berücksichtigende Therapie einsetzt, um ein chronisch Werden des Schmerzes zu verhindern, da eine sinnvolle Behandlung umso schwieriger wird, je höher der Chronifizierungsgrad liegt.

Man schätzt, dass etwa 5 Mio. Menschen in Deutschland unter chronischen Schmerzen leiden. Die meisten dieser chronischen Schmerzen betreffen Störungen des Haltungs- und Bewegungsapparates. Das ist der Grund, warum gerade der Orthopäde in sehr vielen Fällen der erste und wichtigste Ansprechpartner des Schmerzkranken ist. Andererseits ist es ebenso unumgänglich unter Berücksichtigung des oben erwähnten biopsychosozialen Konzeptes der Schmerztherapie, dass eine Zusammenarbeit verschiedener ärztlicher Fachrichtungen stattfindet.

23.09.2010